Ausgrenzung löst keine Probleme – auch nicht in der Warteschlange

 

Zu den Gesprächen des Sozialdezernenten mit dem Tafelvorstand Essen erklären Gönül Eğlence und Kai Gehring, Parteivorsitzende der Essener GRÜNEN, gemeinsam:

„Auch als GRÜNE hatten wir, u.a. Kai Gehring, den Tafelverantwortlichen bereits am Samstag mögliche Lösungsansätze unterbreitet, die sich vor allem an bewährten Verfahren anderer Tafeln im gesamten Bundesgebiet, orientieren.

Hierzu gehören beispielsweise die Einbindung von Helferinnen und Helfern mit ausländischen Wurzeln und Kompetenzen der Mehrsprachigkeit, um Barrieren zu überwinden, oder die Einführung von Zeitfenstern für die jeweiligen Zielgruppen. Pragmatische andere Lösungen ohne diskriminierende Botschaft sind machbar.

Für uns GRÜNE sind alle Bedürftigen gleich viel wert. Deshalb erwarten wir von der Stadtspitze ein klares Signal,  dass Probleme nicht durch Ausgrenzung gelöst werden können – auch nicht in der Warteschlange.

Die Erklärung nach dem gestrigen Treffen, den Fokus auf Alleinerziehende und Ältere zu legen ist keine Antwort darauf, warum dies nur auf Menschen mit deutschem Pass begrenzt werden soll. Hier wird der Kern des Problems verklärt. Über 93.000 Essenerinnen und Essener ohne deutschen Pass bekommen seitens der Stadtspitze nun signalisiert, auch mal draußen bleiben zu müssen.

Sowohl Sozialdezernent Renzel als auch Oberbürgermeister Kufen haben in der Debatte leider versäumt, ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und Vorurteile und für Mitmenschlichkeit zu setzen. Dies hätten wir uns, zusätzlich zum allgemeinen Bekenntnis pro Ehrenamt, gewünscht – und zwar unabhängig vom Pass!

Dass dies ausgeblieben ist, erweist gerade den vielen Ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten, einen Bärendienst. Sie sehen sich durch die Debatte öffentlichen Angriffen ausgesetzt, für eine Entscheidung, auf die sie selbst keinen Einfluss hatten.

Auch in ihrem Sinne und im Sinne aller Kundinnen und Kunden der Essener Tafel, sind klare Regeln und gegenseitiger Respekt bei der Ausgabe der Lebensmittel unerlässlich. Dies muss selbstverständlich sein – unabhängig von der Herkunft.“

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