„Polizeipräsident Frank Richter (hintere Reihe Mitte) stellte sich den Fragen der Grünen im Stadtbezirk 2 mit Ratsherr Rolf Fliß (hinten, zweiter von links), Ratsfrau Irmgard Krusenbaum (vorne, zweite von links) und Bezirksvertreterin Elke Zeeb (hinten, zweite von rechts)“

Polizeipräsident Frank Richter bei Grünen im Bezirk 2

Fliß: Essener Polizei muss bürgernah bleiben

„Die Polizei muss für die Bürgerinnen und Bürger erreichbar bleiben.“ Dazu hat Ratsherr Rolf Fliß (Grüne) Polizeipräsident Frank Richter bei einem Treffen mit den Grünen im Stadtbezirk 2 (Rüttenscheid, Stadtwald, Bergerhausen, Rellinghausen) am Mittwoch, den 4. Oktober 2017, im Rüttenscheider „Le Fou“ aufgefordert.

Richter hatte am 3. Oktober in der Presse erklärt, die ehemalige Karstadt-Hauptverwaltung werde der neue Dauerstandort der Polizei im Essener Süden. Fliß begrüßte grundsätzlich das endgültige Aus der mindestens 200 Millionen teuren Sanierung der alten Polizeischule neben der A52 an der Norbertstraße. Dass neben der Polizeischule auch „bürgerferne“ Abteilungen auf das ehemalige Karstadt-Gelände umziehen, wie Einsatzhundertschaft und Spezialeinheiten, sei ebenfalls verständlich, so Fliß.

„Die Polizeiinspektion Süd muss aber bürgernah, und damit für die Menschen leicht erreichbar bleiben“, stellte das Ratsmitglied der Grünen fest. Sein Vorschlag: „Siedeln sie doch die aktuell in der Norbertstraße an der Messe ansässige Polizeiinspektion Süd im Polizeipräsidium an der Büscherstraße an.“

Präsidiumswache Büscherstraße aufstocken

Der Polizeipräsident von Essen und Mülheim zeigte sich dem Vorschlag der Grünen gegenüber offen. „Wir stocken die Präsidiumswache auf. Jeder Bürger wird dort seine Anzeige machen können“, versprach Richter gegenüber den Grünen. Die Präsenz der Polizei bei den Bürgern und auf der Straße sei eines seiner Hauptanliegen, erklärte Richter. Dadurch könne das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen verbessert werden in objektiv einer der sichersten Großstädten Deutschlands, wie Richter betonte. „Damit das so bleibt, brauche ich Personal.“ Entgegen der Versprechen der Landespolitik gehe die Zahl der verfügbaren und auf der Straße bürgernah einsetzbaren Polizisten zurück. Als Gründe nannte Richter die vielen Pensionierungen, die Umstellung auf den von der EU geforderten 5-Schicht-Betrieb und auch die Zunahme von Beamten in Elternzeit.

Entgegen dem generellen Rückgang der Kriminalität in Essen „schießt die Kriminalität gegen Ältere durch die Decke“, zeigte sich Richter besorgt. Ob Enkeltrick, falsche Polizisten oder fingierte Unfälle, die Täter schreckten vor nichts zurück. „Mit einer Broschüre, Senioren-Kino und Senioren-Spaziergängen wollen wir verstärkt die älteren Bürger aufklären“, sagte Richter.

Erfreut zeigten sich die Grünen, dass die Polizei im Falle der Jugendkriminalität verstärkt auf die Zusammenarbeit mit Sozial- und Jugendamt, Schulen und Pädagogen setzt. „Damit ist im täglichen Polizeibetrieb eine alte grüne Forderung Wirklichkeit geworden“, erklärte die grüne Bezirksvertreterin Elke Zeeb, die auch Mitglied im Ausschuss für öffentliche Ordnung ist.

 

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