Sonniges Wetter für ÖPNV und Radverkehrsausbau lässt noch auf sich warten

Essen – Modellkommune Saubere Luft

Schmutzler-Jäger: Es muss eine über 2020 hinausgehende ÖPNV-Angebotsverbesserung und eine Fortsetzung des Baus sicherer Radwege an Hauptverkehrsstraßen geben

Zu den geplanten Essener Maßnahmen des Aktionsplans „Saubere Luft“ erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen: „Die vorgestellten Maßnahmen für bessere Luft bis 2020 sind ein Auftakt, lassen aber ein nachhaltiges und wirksames Konzept vermissen. Denn allein die Angebotsverbesserungen für den ÖPNV wirken auch nach Aussagen aller Gutachter nur dann, wenn in der sogenannten „rush hour“ der ÖPNV bzw. der Bus im dichteren Takt am Stau vorbeifahren kann und nicht ein Teil des Staus wird. Deshalb bedarf es dringend flankierend eigener Busspuren und abmarkierter eigener Gleiskörper für die Trams. Darüber hinaus müssten neue, wirksame Ampelvorrangschaltungen für Busse und Bahnen mit der „Wartezeit Null“ eingesetzt werden, um eine wirkliche Attraktivitätssteigerung des ÖPNV zu erreichen. Auch beim Radverkehr bedarf es für einen Umstieg vom Auto auf das Rad nicht nur neuer Radachsen, sondern es müssen gerade an den Hauptverkehrsstraßen markierte Radfahrstreifen für einen sicheren und schnellen Weg von A nach B eingesetzt werden. Lediglich Fahrradstraßen in Tempo 30 – Zonen einzuführen, ist da doch ein eher halbherziger Schritt zur Förderung des Alltags-Radverkehrs. Da muss nach Auffassung der Grünen mit Blick auf Lead City und das Grüne Hauptstadt-Ziel, den Modal Split beim Radverkehr auf 25 Prozent zu heben, doch noch Einiges mehr passieren. Insbesondere vermissen wir den Nachhaltigkeitsaspekt bei den Maßnahmen“.

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1 Kommentar

  1. C. Hoffmann

    Markierte Radfahrstreifen können nicht die Lösung sein, da diese für die Radfahrer viel zu gefährlich sind. Sinnvoller wären räumlich abgetrennte Radwege an den Straßen, so wie es aktuell auch in Berlin getestet wird. Dies erhöht die Sicherheit für die Radfahrer und würde zahlreiche Bürger eher dazu bewegen mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Wobei auch hier eine Unterstützung der Arbeitgeber nötig wäre, in dem sichere Abstellmöglichkeiten, Waschmöglichkeiten und Schränke zur Verfügung gestellt werden.
    Des weiteren sollten die Ampeln nicht nur Vorrang für den ÖPNV bieten, sondern auch für Radfahrer und Fußgänger. Bestes Beispiel ist die Ampel an der Berne auf der Altenessener Straße. Dort haben Radfahrer und Fußgänger Wartezeiten von bis zu 2 Minuten. Dies verleitet viele die Straße bei rot zu queren.
    An dieser Stelle weitere Trams zu fordern halte ich auch für kritisch, denn die Schienen gefährden auf der anderen Seite wieder die Radfahrer.

    Ich würde mir ein modernes Radwegekonzept, vergleichbar mit niederländischen oder dänischen Städten wünschen. Nur dann haben wir in Essen eine Chance die Luftqualität durch Minderung des Kraftfahrzeugverkehrs zu mindern.

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