Mit der Welt im Blick: Junge Grüne erklären Kommunalwahl zur Klimawahl

Die vier Meter hohe Weltkugel hat die Menschen, die rund um den Berliner Platz unterwegs waren, ermahnt: “Es gibt keinen Planet B”

Auf der Wiese des Kreisverkehrs am Berliner Platz sammeln sich junge Menschen. Im Gepäck haben sie eine vier Meter hohe Weltkugel auf der ein großer Schriftzug „Es gibt keinen Planet B“ zu sehen ist. Unter dem Motto „Kommunalwahl ist Klimawahl“ erinnern die Jungen Grünen am Donnerstag umgeben von den Autos, die sich im Berufsverkehr dicht auf den Straßen drängen, an die Kommunalwahl. Pappschilder mit der Aufschrift „Klimawahl am13.09.“ und ein großes Transparent mit der Forderung „Systemwandel statt Klimawandel“ mahnen die Menschen, die an diesem Nachmittag unterwegs sind, den Klimaschutz nicht aus dem Bewusstsein zu verlieren.

„Die Debatte zum Klimaschutz verschwand in den letzten Monaten wieder aus dem Bewusstsein der Menschen. Doch die Klimakrise macht keine Pause. Die Zeit rennt, um die Folgen unseres Handelns abzuwenden. Deswegen stehen wir hier und kämpfen dafür, dass am Sonntag die Mehrheiten im Stadtrat so aussehen, dass wir als Kommune die Klimakrise auch vor Ort angehen“, erklären die Sprecher Franzi Eckl und Silas Haake.

Anna Peters ist Bundessprecherin der GRÜNEN JUGEND. Auch sie war bei der Aktion dabei.

Unterstützung hatte die Essener Jugendorganisation dabei nicht nur von der Grünen Jugend Ruhr, sondern auch die Bundesprecherin Anna Peters war mit dabei. „Für uns ist klar: die Kommunen spielen eine essenzielle Rolle dabei, die Klimakrise aufzuhalten. Hier werden die Stadtviertel bis 2030 CO2 neutral, hier wird die Innenstadt autofrei und die Metropolregion mit dem Öffentlichen Nachverkehr vernetzt. Deswegen kämpfen wir für die sozial-ökologische Wende für alle!“ unterstützt sie die Grüne Vision für Essen.

Viele Autofahrer*innen im Feierabendverkehr haben die Aktion positiv aufgenommen und sich über die Botschaft gefreut. „Wir leben in einer Zeit, in der es Fachbegriffe wie ökologische Trauer und Nostalgie gibt um die psychische Belastung durch Klimaveränderungen und-schäden zu benennen. Es ist klar, dass die Menschen den Klimaschutz wollen und es ist die Verantwortung der Kommunen dafür die Strukturen zu schaffen“, erklärt die Vorsitzende der Jungen Grünen Franzi Eckl. Auch Silas Haake, Vorsitzender der Jungen Grünen und Kandidat für den Stadtrat findet, dass Klimawende neue Strukturen braucht: „Viele Menschen können in Essen nicht auf ein Auto verzichten, weil sie die Wege, die sie haben nicht mit dem ÖPNV oder sicher mit dem Rad zurück legen können. In einer so dicht besiedelten Gegend wie dem Ruhrgebiet ist das doch einfach verrückt.“

Tatsächlich sind viele Strecken nicht für Fahrräder geeignet, weil Parklätze Straßen so verengen, dass Trambahnschienen für Radfahrer zur Gefahr werden, weil der ÖPNV schon am frühen Abend in den Nachttakt umstellt und die Städte untereinander zudem schlecht und unregelmäßig verbunden werden. Menschen, wie Familien, die einen straff organisierten Tagesablauf mit vielen Wegen haben, sind durch diese vermeidbaren Hindernisse auf ein Auto angewiesen. Und der Verkehr ist nur eines von vielen Beispielen, wo Strukturen verändert werden können und so mit wenig Aufwand ein grüneres und letztlich lebenswerteres Essen entstehen kann.

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