Rafael Alfen

 

Woher kommst du ursprünglich, lieber Rafi?
Geboren bin ich in Polen. Meine Eltern sind 1989 nach Deutschland geflohen und haben sich dann, nach einer kleinen Odyssee, in Hannover niedergelassen. Dort bin ich aufgewachsen und habe viele Stationen (Schule, Studium, Nebenjobs, Beziehungen – Leben halt) durchlaufen. Nach Ausflügen in den Bundestag in Berlin – bedingt durch Praktika – kam ich dann nach Essen.

Was hast du bisher gemacht und was machst du momentan?
Der Weg nach dem Studium (Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaften sowie Germanistik) führte mich 2016 nach Essen. Ich wollte bewusst in eine andere Stadt und raus aus dem „gemachten Nest“, also bewarb mich als geschäftsführender Bundesvorstand bei der CAJ Deutschland und wurde im Rahmen der Delegiertenversammlung auf diesen Posten gewählt. Nach knapp zweieinhalb Jahren wechselte ich nach Hagen zum dortigen Jugendring als geschäftsführender Bildungsreferent. Nach einer knapp einjährigen Elternzeit bin ich nun Geschäftsführer bei der Aktion West-Ost.
Flankiert wurde und wird dieser Weg durch diverse ehrenamtliche Engagements (Jugendverband, Verein der Jugendberufshilfe, Richter etc.) sowie ein berufsbegleitendes Studium (Master of Nonprofit Management), wobei ich derzeit mitten in der Masterarbeit stecke.

Was ist Deine grüne Geschichte?
Mein Bewusstsein für Themen der Nachhaltigkeit hat erst 2012 begonnen: Im Rahmen eines Workshops habe ich mich dort mit bewusster Ernährung beschäftigt und den damit einhergehenden Auswirkungen meines Ernährungsverhaltens auf das Tierwohl und die Umwelt sowie damit zusammenhängenden Themen. Durch diesen ersten Berührungspunkt habe ich mich dann in weitere Themen eingelebt, etwa verkehrspolitische Aspekte: Ich liebe Bahn- und Radfahren(!), Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, demokratischer Teilhabe aller und mehr…

Welche politischen Themen begeistern dich?
Berufs- und herzensbedingt die Jugendverbandsarbeit mit ihrem Anspruch der demokratischen Grundstrukturen und Werkstätten, der Pluralität und dem Platz zum Ausprobieren. Das führt zur lebendigen und kritischen Zivilgesellschaft, welche ich für ein hohes Gut halte und deswegen durch meine Mitgliedschaft in diversen Vereinigungen (Deutsche Umwelthilfe, Bürgerbewegung Finanzwende, ver.di, …) unterstützen möchte. Eine zukunftsorientierte Mobiliät, welche ganzheitlich alle Verkehrträger in den Blick nimmt und dafür die Infrastruktur schafft, halte ich für zentral – deswegen habe ich mich auch im Kernteam des RadEntscheid Essen engagiert: eine nachhaltige Lebensweise und die Umsetzung im Privaten, etwa durch den Verzicht aufs Auto, dem Bezug von grünen Energieträgern, der Nutzung einer fairen Bank und mehr.

Was machst du gerne in deiner Freizeit, wenn Du Dich nicht mit grüner Parteiarbeit beschäftigst?
Ich lese unheimlich gerne Bücher, das ist eine große Passion! Ähnlich wie das Joggen, was mich seit Jahren begleitet. Der Gitarre bin ich seit über 20 Jahren verfallen und übe derzeit viele Kinderlieder ein, die gemeinsam mit Levi (unserem Sohn) zum Besten gegeben werden. Außerdem koche ich gerne und probiere mich da viel aus. In nichtpandemischen Zeiten treffe ich mich unheimlich oft mit Freunden, um Zeit mit Ihnen zu genießen und Gespräche zu führen, bei denen ich immer etwas lerne. Das fehlt!