„Wir machen die Drecksarbeit, weil die Groko den Radverkehr links liegen lässt“

GRÜNE machen mit Putzaktion Fahrradrouten im Bezirk II fit für den Schulbeginn

 

„Mir sind die vielen verwahrlosten und verdreckten Schilder gerade auf den wichtigen Radrouten im Bezirk aufgefallen, die zu Schulen, Sporteinrichtungen und in die Innenstadt führen.“ So erklärt Philipp Tomuschat, wie er auf die Idee zur Fahrradstraßen-Schilder-Putzaktion kam. Beim GRÜNEN Stammtisch in Rüttenscheid musste er nicht lange bitten. Schnell fanden sich einige Mitstreiter. Entlang der Karolinen-, Rosa- und Von-Einem-Straße stehen sie nun nach Feierabend auf ihren mitgebrachten Leitern und schrubben die Schilder.

 

Dass es sich um Mittwochabend, den 22. August 2018, handelt, ist natürlich kein Zufall. In genau einer Woche sind die Ferien zu Ende, die Schule beginnt und in den Betrieben sind wieder alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer anwesend. „Es ist Höchste Zeit vor dem Schulbeginn die Fahrradrouten fit zu machen, gerade wenn sie wie hier an der Bertha-von-Suttner-Realschule, dem Helmholtz- und dem Maria-Wächtler-Gymnasium sowie dem Rüttenscheider Schwimmzentrum entlang führen“, findet Philipp Tomuschat. Nicht nur für die Radfahrer ist es wichtig zu wissen, dass sie sich in einer Fahrradstraße befinden. „Für Autofahrer heißt es: Wir sind hier Gast. Fahrradfahrer dürfen hier nebeneinander fahren, ohne dass sie von aufgebrachten Autofahrern von der Straße gehupt werden“, so Tomuschat.

 

Für den GRÜNEN Ratsherr für Rüttenscheid Rolf Fliß war es keine Frage, dass er auch selbst Schrubber und Lappen in die Hand nimmt. „Wir zeigen damit, dass es für eine Verkehrswende nicht genügt, ein paar Schilder aufzustellen. Wer angesichts der immer deutlicher auftretenden Folgen des Klimawandels gegensteuern will, muss den Radverkehr mit einer gut sichtbaren Beschilderung in Schuss halten“, ist der umweltpolitische Sprecher der GRÜNEN-Ratsfraktion überzeugt. „Wir machen hier die Drecksarbeit, weil die GroKo den Radverkehr seit Jahren links liegen lässt, anstatt ihn als die umweltfreundliche Alternative zum klimaschädlichen Autoverkehr endlich mit ausreichenden finanziellen und personellen Mitteln in der Verwaltung auszustatten“, kritisiert Fliß.

 

Selbst wenn das Geld für umweltfreundliche Verkehrskonzepte auf der Straße liegt, sei die Verwaltungsspitze nicht in der Lage, die Geschenke für die Lead-City anzunehmen. Essen gehört zu fünf von der Bundesregierung ausgewählten Städten, denen insgesamt 130 Millionen Euro für zukunftsweisende Projekt im Bereich umweltfreundlicher Verkehr in den kommenden zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. „Als größte Stadt erhält Essen gerade einmal 21 Millionen Euro, während Bonn seine vorgelegten Konzepte mit fast 40 Millionen Euro bezuschusst bekommt. Die Verwaltung unter Oberbürgermeister Thomas Kufen hat es verpasst, die guten und zukunftsweisenden Konzepte der Politik, wie zum Beispiel der GRÜNE Vorschlag für eine Nord-Süd-Fahrradachse zwischen Grugatrasse und dem Radschnellweg Ruhr RS 1, aufzugreifen und sich fördern zu lassen“, sagt GRÜNEN-Stadtrat Rolf Fliß. Für den Radverkehr hat die Verwaltung gerade einmal 500.000 Euro vorgesehen. „Wir GRÜNE werden im Rat alles dafür tun, dass das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel nicht länger so stiefmütterlich in dieser Stadt behandelt wird“, gibt sich Fliß angriffslustig.

 

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