Anfrage: Hitzeschutz an Essener Schulen – Konsequenzen aus zunehmenden Hitzewellen für den Schulträger
Ausschuss für Schule und Bildung, 07.07.2026
Sehr geehrter Herr Dr. Kalipke,
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Stadtverwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:
Die derzeitige Hitzewelle im Juni 2026 hat an den Essener Schulen bereits zu andauern-den Kurzstundenregelungen und Hitzefrei geführt. Meldungen zu hitzebedingten unzumutbaren Zuständen trotz reduzierter Unterrichtszeit häufen sich dennoch. Das beeinträchtigt die Lernbedingungen von Schülerinnen und Schülern sowie die Arbeitsbedingungen aller an Schulen Beschäftigten erheblich. Wie das Umweltbundesamt warnt, häufen sich die Hitzeextreme als Auswirkungen des Klimawandels. Auch in den nächsten Jahren sei mit mehr und länger andauernden Hitzewellen zu rechnen. In ähnlicher Weise fordert die WHO mehr Engagement beim Hitzeschutz.
Vor diesem Hintergrund bitten wir die Stadtverwaltung um die Beantwortung der folgenden Fragen:
- Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung über die Raumtemperaturen in Schulgebäuden während der aktuellen Hitzeperiode vor?
- Gibt es eine systematische Erfassung oder Bewertung der Hitzebelastung an Essener Schulen? Wenn ja, nach welchen Kriterien erfolgt diese? Wenn nein, ist eine solche geplant und nach welchen Kriterien soll sie erfolgen?
- Welche baulichen und technischen Maßnahmen zum nachträglichen Hitzeschutz wurden in den letzten Jahren bereits an Essener Schulen umgesetzt? Bitte nach Maßnahmenart (z. B. außenliegender Sonnenschutz, Entsiegelung,Verschattung, Dach- und Fassadenbegrünung, Dämmung, Lüftungstechnik, Kühlung) sowie nach Schulstandorten auflisten.
- Für wie viele Schulgebäude besteht nach Einschätzung der Verwaltung ein besonderer Sanierungs- oder Handlungsbedarf hinsichtlich des Hitzeschutzes?
- Welche Anforderungen an den Hitzeschutz werden bei Neubauten, Generalsanierungen und Interimscontainern von Schulen bereits berücksichtigt?
- Befinden sich aktuell Maßnahmen zur klimaresilienten Ertüchtigung von Schulgebäuden in Abstimmung? Falls ja, welche Ziele und Zeitpläne sind damit verbunden?
- Welche Möglichkeiten und Grenzen sieht die Stadtverwaltung für den Einsatz technischer Kühlung bzw. Klimatisierung in besonders belasteten Unterrichts- und Fachräumen?
- Welche Förderprogramme von Bund, Land oder Europäischer Union können für Maßnahmen des Hitzeschutzes an Schulen genutzt werden und in welchem Umfang werden diese bereits in Anspruch genommen?
- Welche Schlussfolgerungen zieht die Verwaltung aus der aktuellen Hitzewelle für die zukünftige Schulentwicklungs- und Investitionsplanung der Stadt Essen?
Mit freundlichen Grüßen
Silas Haake
