Bezahlbar wohnen: Grüne fordern Konzept für bezahlbaren Wohnraum 

Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen fordert, die Weichen für mehr bezahlbaren Wohnraum in Essen jetzt zu stellen. Gemeinsam mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Allbau GmbH soll die Verwaltung ein Konzept zur Schaffung und zum Erhalt bezahlbarer Wohnungen entwickeln.

„Wohnen droht auch in Essen zum Armutsrisiko zu werden“, stellt die baupolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion, Dorothea Blümer, fest. „Steigende Mieten und Nebenkosten, hohe Investitionen in die energetische Sanierung und der Wegfall von Mietbindungen im öffentlich geförderten Wohnungsbau verschärfen die Lage auf dem Essener Wohnungsmarkt immer weiter. Das gerade im Ausschuss für Planen und Bauen von der Verwaltung vorgestellte ‚Essener Wohnungsmarkt-Barometer 2025‘ macht deutlich: Während die befragten Fachleute ‚die Chance auf eine bedarfsgerechte Wohnung für Haushalte mit höheren bis hohen Einkommen insgesamt mehrheitlich als gut oder sehr gut‘ einschätzen, werden bezahlbare Wohnungen immer mehr zur Mangelware. 

Wir Grüne schlagen vor, dass der Allbau GmbH als unserem städtische Wohnungsunternehmen bei der Erarbeitung des Konzeptes eine wichtige Rolle zukommt, denn mit sozial gerechten, klimafreundlichen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen kennt man sich dort aus. Mit den geplanten Änderungen der Bauordnung in NRW werden Bauherrinnen zukünftig Möglichkeiten eröffnet, qualitativ hochwertig zu sanieren, ohne alle Anforderungen an Neubauten erfüllen zu müssen. Ein wichtiger Schritt in die Richtung einer „Umbauordnung“, wie wir sie schon seit langem fordern. Unser Konzeptvorschlag für bezahlbaren Wohnraum in Essen will gleichzeitig auch den größten Kostentreiber beim Bauen, nämlich den Grund und Boden, auf dem gebaut wird, in den Blick nehmen. Erbbaurecht, Konzeptvergaben, auch die Förderung von genossenschaftlichen Eigentumsmodellen machen den Erhalt und die Entstehung von preisgünstigem Wohnraum meist überhaupt erst möglich.“

Der Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen Ratsfraktion Stephan Neumann ergänzt: „Verantwortungsvolle Planungs- und Baupolitik ist immer auch Sozialpolitik. Deshalb muss ein Konzept für bezahlbaren Wohnraum der erste Schritt und die Grundlage für einen weiteren Leitbildprozess sein. Denn es ist der sozialpolitischen Verantwortung geschuldet, dass dabei die Menschen im Mittelpunkt stehen, die schon heute existentiell unter fehlenden Wohnraum leiden. Das gute dabei: Es gibt bereits Vorbilder aus anderen Städten. Modelle aus Hamburg, Potsdam oder Bremen zeigen, wie bezahlbarer Wohnraum auch unter schwierigen Marktbedingungen realisierbar sein kann– wenn Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft an einem Strang ziehen. Deshalb steht für uns Grüne fest: Essen braucht jetzt einen klaren Fahrplan für bezahlbares Wohnen. Damit alle Menschen – unabhängig vom Geldbeutel – in unserer Stadt gut, klimafreundlich und bezahlbar wohnen können“, stellt Neumann klar.

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