CDU und SPD ignorieren Schulrealität: Essener Süden braucht Gesamtschule statt falscher Prioritäten!
Die aktuellen Vorschläge von CDU und SPD zur Nutzung des Schulstandorts in Essen-Kupferdreh zeigen aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen ein alarmierendes Maß an Realitätsverweigerung. Statt den seit Jahren bekannten und weiter wachsenden Mangel an Gesamtschulplätzen im Essener Süden anzugehen, werden erneut Lösungen diskutiert, die an den tatsächlichen Bedarfen vieler Familien vorbeigehen.
„Während jedes Jahr zahlreiche Kinder im Essener Süden keinen ortsnahen Gesamtschulplatz bekommen, planen CDU und SPD weiterhin am Bedarf vorbei. Das ist bildungspolitisch fahrlässig und verschärft die Situation für Familien zusätzlich“, erklärt Sandra Schumacher, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rat der Stadt Essen.
Besonders kritisch sehen die Grünen die Überlegungen, das Grundstück an der Prinz-Friedrich-Straße in Kupferdreh nicht für eine Gesamtschule zu nutzen. Nach aktuellem Stand handelt es sich um die einzige geeignete Fläche im Essener Süden, auf der kurzfristigeine neue Gesamtschule realisiert werden kann. Gleichzeitig fehlen genau dort dringend benötigte Schulplätze, während die Verteilung der Schulformen im Stadtgebiet weiterhin unausgewogen bleibt.
„Die Zahlen liegen seit Jahren auf dem Tisch: Der Bedarf an Gesamtschulplätzen ist hoch und wächst weiter. Wer jetzt andere Prioritäten setzt, handelt nicht vorausschauend, sondern ignoriert bewusst die Entwicklung“, betont Hannah Berg, schulpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.
Die Grünen sprechen sich daher klar dafür aus, den Standort Kupferdreh für eine neue fünfzügige Gesamtschule festzulegen und Planung sowie Bau schnellstmöglich voranzubringen. Darüber hinaus müsse die Stadt die Suche nach einem weiteren Standort für eine zusätzliche Gesamtschule im Essener Süden mit hoher Priorität fortsetzen. Gleichzeitig fordern die Grünen mehr Transparenz darüber, ob tatsächlich weiterer Bedarf an Gymnasialplätzen besteht, sowie eine beschleunigte Suche nach geeigneten Standorten für Berufskollegs an zentraler Stelle im Stadtgebiet.
„Es geht hier nicht um ein Entweder-oder zwischen Schulformen, sondern um die richtige Entscheidung am richtigen Ort. Für Berufskollegs braucht es zentrale, gut erreichbare Standorte. In Kupferdreh dagegen geht es um wohnortnahe Angebote für Familien – unddafür ist eine Gesamtschule die richtige Antwort“, so Hannah Berg weiter.
Für die Grünen steht fest, dass die aktuellen Diskussionen an den Bedürfnissen vieler Eltern vorbeigehen. Familien wünschen sich vor allem verlässliche, wohnortnahe Schulangebote, echte Wahlfreiheit und kürzere Schulwege für ihre Kinder.
„Es ist nicht vermittelbar, dass Kinder weiterhin quer durch die Stadt fahren müssen, während eine geeignete Fläche im eigenen Stadtbezirk nicht für eine Gesamtschule genutzt wird. CDU und SPD verspielen hier Vertrauen“, so Sandra Schumacher.
Die Grünen haben hierzu für die Ratssitzung am 27. Mai einen entsprechenden Antrag eingebracht – siehe Anhang. Bereits jetzt stehen sie auf Rats- und Bezirksvertretungsebene im engen Austausch mit Elterninitiativen.
„Wir nehmen die Sorgen und Anliegen der Eltern ernst und beziehen sie aktiv in unsere politische Arbeit ein. Der Handlungsdruck ist längst da – jetzt braucht es endlich Entscheidungen, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren“, erklärt Hannah Berg abschließend.


