Stellungnahme der Ratsfraktion Essen zum Bürgerentscheid zur Olympischen und Paralympischen Bewerbung KölnRheinRuhr

Stellungnahme der Ratsfraktion Essen zum Bürgerentscheid zur Olympischen und Paralympischen Bewerbung KölnRheinRuhr

Die GRÜNE Ratsfraktion spricht sich für Olympische und Paralympische Spiele in der Region KölnRheinRuhr und in Essen aus. Wir sind überzeugt, dass diese Bewerbung die Chance bietet, Olympische und Paralympische Spiele sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und demokratisch zu gestalten und dass die Menschen in Essen von der Ausrichtung profitieren werden. Ein „Ja“ ist für uns der politische Auftrag, genau diese genannten Maßstäbe verbindlich durchzusetzen.

Wir wissen: Olympische Spiele sind nicht unumstritten – unter anderem wegen ökologischer Schäden, sozialer Verdrängung und mangelnder Transparenz. Wenn wir Olympische und Paralympische Spiele in einer Demokratie erleben möchten und nicht in einer Autokratie – wie es in der Vergangenheit oft der Fall war – dann sollten wir auch selbst als Ausrichtende bereitstehen. Die Bewerbung KölnRheinRuhr zeigt schon jetzt, dass sie nachhaltige und transparente Wege geht. Daher stimmen jetzt in allen am Konzept beteiligten Kommunen die Bürger*innen in Ratsbürgerentscheiden über die Bewerbung ab. 

Das Konzept setzt auf eine dezentrale Ausrichtung, die Nutzung bestehender Infrastruktur und einen weitgehenden Verzicht auf Neubauten. Olympische und Paralympische Spiele werden von Beginn an gemeinsam gedacht und in den gleichen Sportstätten durchgeführt, der Behindertensportverband war vom ersten Tag der Bewerbung an mit im Boot. Damit besteht die Möglichkeit, Klimaschutz, Barrierefreiheit und soziale Standards frühzeitig zu verankern und konsequent umzusetzen. Die Kulturhauptstadt 2010 hat gezeigt, welche Impulse die Region langfristig aus einem Großereignis mitnehmen kann. Alle Sportler*innen, auch und gerade inklusive Vereine (beispielhaft das Franz-Sales-Haus) werden nachhaltig von den Olympischen und Paralympischen Spielen profitieren.

Für uns in Essen ist der Beitrag klar umrissen. Auf Zollverein soll Radsport und BMX stattfinden, in der Grugahalle Boxen und Sitzvolleyball, in der Messe Gewichtheben und Schießen jeweils für beide Veranstaltungen und Fußball an der Hafenstraße. Die Ballsportarten finden komplett in der Region statt, ein absolutes Novum bei Olympischen Spielen! Mit dem Umbau zur inklusiven Veranstaltungsstätte erfährt u.a. die Grugahalle einen wichtigen Impuls. 

Ein „Ja“ zur Bewerbung soll die Basis für konkrete und langfristige Mehrwerte schaffen, wenn wir die begleitenden Investitionen nachhaltig einsetzen. Verbesserungen bei Barrierefreiheit, Erreichbarkeit und Infrastruktur rund um bestehende Sportanlagen stärken dauerhaft den Vereins-, Breiten- und Nachwuchssport sowie die Lebensqualität vor Ort.

Unsere Zustimmung ist an klare Voraussetzungen geknüpft: Kosten müssen transparent dargestellt und verlässlich begrenzt sein. Klima- und Umweltziele sowie soziale Standards sind verbindlich einzuhalten. Öffentliche Räume und bezahlbarer Wohnraum müssen geschützt bleiben. Kein anderes uns bekanntes Bewerbungskonzept erfüllt diese Anforderungen so gut wie die Bewerbung KölnRheinRuhr. Die derzeitigen Kostenpläne gehen davon aus, dass die Durchführungskosten vollständig von den Einnahmen gedeckt werden können. Insgesamt wird von bis zu 14 Millionen verkaufbaren Tickets ausgegangen.

Die vorgesehenen 17 Bürgerentscheide sind das Fundament für eine umfassende demokratische Beteiligung.  Bitte nutzen Sie dieses verbindliche demokratische Instrument und beteiligen sich am Ratsbürgerentscheid!

Als GRÜNE Ratsfraktion Essen werben wir daher für ein „Ja“ zur Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele KölnRheinRuhr auch in Essen. 

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