Aussagen zu Schwangerschaftsabbrüchen sind alarmierend – Universitätsklinikum Essen muss Versorgungsauftrag erfüllen
Die Grünen in Essen kritisieren die jüngsten Aussagen von Prof. Rainer Kimmig zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen am Universitätsklinikum Essen mit Nachdruck.
„Ein Universitätsklinikum als Maximalversorger hat die Pflicht, eine umfassende gesundheitliche Versorgung für alle Frauen sicherzustellen – dazu gehört selbstverständlich auch der Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen im gesetzlichen Rahmen“, erklärt Sandra Schumacher, Co-Vorsitzende der Grünen Ratsfraktion Essen. „Wenn persönliche Überzeugungen dazu führen, dass medizinische Leistungen faktisch nicht angeboten werden, ist das ein untragbarer Zustand für ein öffentlich finanziertes Uniklinikum und einen Gesundheitsstandort wie Essen.“
Das Universitätsklinikum Essen trägt als zentrale medizinische Einrichtung Verantwortung für eine diskriminierungsfreie, wohnortnahe und verlässliche Versorgung. Schwangerschaftsabbrüchedürfen nicht allein auf absolute medizinische Ausnahmefälle beschränkt werden, wenn dadurch Betroffene in schwierigen Lebenssituationen zusätzlich belastet und an andere Stellen verwiesen werden.
„Die gesundheitliche Selbstbestimmung von Frauen darf nicht von der persönlichen Haltung eines einzelnen Mannes abhängen. Eine Universitätsklinik trägt Verantwortung nicht nur für die heutige Versorgung, sondern auch für die medizinische Ausbildung der nächsten Generationen. Wer angehende Gynäkolog*innen nicht in Schwangerschaftsabbrüchen ausbildet, verschärft die Versorgungskrise systematisch auf Kosten der Frauen. Gerade weil Prof. Kimmig im Juli 2026 in den Ruhestand geht, müssen jetzt die Weichen neu gestellt werden“, betont Christine Müller-Hechfellner, Parteivorsitzende der Grünen in Essen.
Die Grünen Essen sehen in den Aussagen Prof. Kimmigs ein problematisches Signal für die Gesundheitsversorgung in Essen. Menschen in ohnehin belastenden Situationen brauchen Zugang zu Beratung, Unterstützung und medizinischer Versorgung – ohne zusätzliche Hürden.
„Wir fordern die Verantwortlichen des Universitätsklinikums Essen sowie die Landespolitik auf, die Versorgungslage an allen Unikliniken des Landes zu überprüfen und sicherzustellen, dass Essen als bedeutender Gesundheitsstandort seinen Versorgungsauftrag vollumfänglich erfüllt“ so Schumacher.
Die Grünen rufen zudem alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Demonstration am 20. Mai in Essen auf.
Gemeinsam setzen wir ein klares Zeichen für Selbstbestimmung, reproduktive Rechte und eine verlässliche medizinische Versorgung für alle.





