Flughafenausbau Düsseldorf: Grüne fordern CDU und SPD auf, zu ihrem bisherigen Nein zu stehen

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert den Rat der Stadt Essen auf, sich erneut ausdrücklich gegen die geplante Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Flughafens auszusprechen. Anlass ist der geänderte Erweiterungsantrag der Flughafengesellschaft vom 15. Dezember 2025. Mit einem Antrag zur Ratssitzung am 14. Oktober wollen die Grünen erreichen, dass Essen auch zu den aktuellen Ausbauplänen klar Stellung bezieht.

„Die Menschen in Essen haben ein Recht auf Nachtruhe und den Schutz ihrer Gesundheit. Schon heute ist der Fluglärm für viele Anwohnerinnen und Anwohner eine erhebliche Belastung. Besonders kritisch sehen wir, dass künftig mehr Flugbewegungen in den frühen Morgen- und späten Abendstunden ermöglicht werden sollen. Gerade dann sind Ruhe und Erholung besonders wichtig. Eine Kapazitätserweiterung darf nicht zulasten der Gesundheit und Lebensqualität der Menschen gehen“, erklärt Sandra Schumacher, Co-Vorsitzende der Grünen Ratsfraktion.

Zwar hält der Flughafen in seinem geänderten Antrag an der bisherigen Obergrenze von 131.000 Flugbewegungen in den sechs verkehrsreichsten Monaten fest. Gleichzeitig sollen jedoch mehr Flugbewegungen in nachfragestarken Tagesstunden ermöglicht werden. Damit besteht das Risiko zusätzlicher Lärmbelastungen gerade zu Zeiten, in denen die Menschen besonders auf Ruhe angewiesen sind. Hinzu kommt die Frage, wie sich mögliche Verspätungen auf die Belastung in den Abend- und Nachtstunden auswirken.

Auch die weiteren Umweltfolgen der geplanten Erweiterung sehen die Grünen kritisch. Zusätzliche Flugzeug-Abstellpositionen und die Erweiterung von Betriebsflächen bedeuten weitere Flächenversiegelung. Zudem müssen mögliche Auswirkungen auf die Luftqualität und das Klima berücksichtigt werden. Aus Sicht der Grünen darf die wirtschaftliche Entwicklung des Flughafens nicht zulasten der Gesundheit und Umwelt in den umliegenden Städten gehen. „Niemand bestreitet die wirtschaftliche Bedeutung des Düsseldorfer Flughafens für unsere Region. Aber daraus folgt kein Freibrief für jede Kapazitätserweiterung. Entscheidend ist doch, welchen zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen die geplanten Änderungen tatsächlich bringen und welche  Belastungen damit für die Menschen verbunden sind. Wirtschaftliche Interessen und Gesundheitsschutz müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.“

Bereits 2013, 2015, 2016 und 2020 hatte sich der Essener Rat gegen die Kapazitätserweiterung des Düsseldorfer Flughafens ausgesprochen. Die damalige Ablehnung wurde über Parteigrenzen hinweg getragen, auch von CDU und SPD. Diesmal wollen die beiden Fraktionen jedoch keinen gemeinsamen Antrag mit den Grünen stellen.

„Über viele Jahre waren wir uns in Essen einig: Eine zusätzliche Belastung unserer Stadt durch den Flughafenausbau wollen wir nicht. An dieser Haltung sollte sich auch mit den geänderten Plänen nichts ändern. Wir appellieren deshalb an CDU und SPD, zu den gemeinsamen Beschlüssen zu stehen und die Interessen der Essener Bevölkerung weiterhin konsequent zu vertreten. Eine unveränderte Obergrenze bedeutet noch lange keine unveränderte Belastung für die Menschen, die unter den Flugrouten leben“, betont Sandra Schumacher.

Mit ihrem Antrag wollen die Grünen erreichen, dass der Rat seine bisherige Ablehnung ausdrücklich auf die aktuelle Antragsfassung bezieht und gegenüber dem Land Nordrhein-Westfalen deutlich macht: Der Schutz der Essener Bevölkerung vor zusätzlichem Fluglärm und gesundheitlichen Belastungen muss bei der Entscheidung über die Kapazitätserweiterung Vorrang haben.

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