© Peter Prengel, Stadt Essen

Unsere Visionen für Essen

Als Junge Grüne stehen wir in Essen für eine mutigere, progressivere Politik für unsere Stadt. Unsere Antworten auf die aktuellen Probleme sind klar und deutlich: Auch als Kommune müssen wir unseren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten. „Global denken, lokal handeln“ ist deshalb ein Kern unserer politischen Arbeit. Mindestens genauso wichtig ist uns der Schutz unserer Vielfalt und Demokratie in Essen. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Hass und rechte Hetze, sowohl im Internet als auch auf den Straßen, wieder aufkeimen. So sehen wir die Aufgabe der Politik darin, die Zukunft mit, statt für die Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. Dafür müssen wir auch als Gesellschaft inklusiver werden und mit allen Menschen ins Gespräch kommen, denn wir sind uns sicher: Gemeinsam sind wir stärker. In dem (politischen) Diskurs wollen wir Junge Grüne Verantwortung übernehmen. Mit unseren mutigen Visionen wollen wir aus Essen eine echte Stadt der Zukunft machen:

 

Eine grüne und nachhaltige Stadt.

Eine Stadt der verschiedenen Verkehrswege im Herzen des Ruhrgebiets.

Eine moderne und digitale Stadt.

Eine Stadt der Bildungsgerechtigkeit, die niemanden vergisst.

Eine integrative und soziale Stadt.

 

Wir wollen unsere Stadt gerechter, bunter und offener gestalten.

Nicht erst seitdem selbsternannte Bürgerwehren durch Essen ziehen, um eine Spaltung der Gesellschaft zu provozieren, erleben wir auch in unserer Stadt einen Rechtsruck in der Gesellschaft. Wir stellen uns dem Kampf für eine vielfältige, inklusive und tolerante Stadt, für die soziale Teilhabe aller Bürger*innen und für mehr Gerechtigkeit. Nur wenn wir als Gesellschaft zusammenhalten statt spalten, können wir von einem guten Leben in unserer Stadt sprechen. Gemeinsam wollen wir Probleme lösen und daran arbeiten, immer besser zu werden.

Deshalb machen wir uns dafür stark, die vorherrschenden sozialen Milieus aufzubrechen und der Segregation den Kampf anzusagen. Der Status Quo des Nord-Süd- oder Ost-West-Gefälles ist für uns nicht länger tragbar. Wir fordern mehr Investitionen und mutige Ideen für unseren Norden, damit die Chancen der Kinder nicht länger davon abhängen, ob sie nördlich oder südlich der A40 aufwachsen. Gute Infrastruktur und Orte der Begegnungen zwischen Menschen müssen in jedem Stadtteil, unabhängig vom durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen gewährleistet werden.

Inklusion und Teilhabe aller Bürger*innen sind für uns nicht diskutabel und eine wichtige städtische Aufgabe. Barrierefreiheit muss nicht nur für den ÖPNV und öffentliche Gebäude, sondern für die gesamte Stadt Standard werden, um allen Bürger*innen Teilhabe zu ermöglichen. So müssen beispielsweise auch bei Baustellen die Wegeführungen für Menschen mit Geh- und Sehbehinderungen gesichert werden. Bei Neubauprojekten muss Barrierefreiheit stets mitgedacht werden. Auch die Zugangsschwellen zur Beteiligung von Bürger*innen müssen so gering wie möglich gehalten werden – so müssen Informationen für Bürger*innen nicht nur einfach zugänglich sein, sondern grundsätzlich auch in leichter Sprache zur Verfügung stehen. Auch Behörden und andere städtische Einrichtungen sollten auf die Bedürfnisse unterschiedlichster Bürger*innen eingerichtet und in jeder Hinsicht barrierefrei gestaltet sein.

Die Essener Innenstadt als Mittelpunkt der Stadt wollen wir offener für die verschiedenen Menschen, die hier leben, gestalten. Die Attraktivität der Innenstadt möchten wir mit neuen Konzepten für Selbstständige, Künstler*innen und Kulturschaffende steigern, damit sie mindestens genauso bunt und lebhaft ist, wie die Stadtgesellschaft. Mit Pfandkästen an den Mülleimern wollen wir nicht nur Pfandsammler*innen den Griff in den Mülleimer ersparen, wir unterstützen auch das Pfandkreislaufsystem und leisten einen Beitrag zur Bekämpfung der Müllfluten. Auch kämpfen wir für mehr Möglichkeiten, kostenfrei in der Innenstadt Toiletten aufzusuchen. Wir verstehen es als Grundrecht, das leider nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit in unserer Innenstadt gesichert ist.

Wir stehen ein für ein besseres Beratungsangebot in unserer Stadt. Die Sucht- und Drogenberatung in Essen braucht Fördermittel genauso wie das Jugendamt. Wir wollen beiden Institutionen mehr finanzielle Mittel als bisher zur Verfügung stellen, um mehr Berater*innen und Streetworker*innen einstellen zu können. Die Verdrängung und Kriminalisierung von Menschen mit Suchtproblemen muss aufhören. Es braucht weitere Drogenkonsumräume, in denen Schwerstabhängige in einem sicheren und akzeptierenden Umfeld konsumieren und ihre benutzten Spritzen abgeben können.

Wir kämpfen für den Schutz von Minderheiten und für die Emanzipation queerer Menschen. Deswegen wollen wir sichere Räume schaffen, in denen sich queere Menschen austauschen und entfalten können – ohne Angst vor Diskriminierung. Dazu gehört auch ein besseres Beratungsangebot. Eine Beratungsstelle für queere Menschen, die Diskriminierung erleben mussten, kann vor allem jungen Menschen dabei helfen, sich nicht mehr verstecken zu wollen. Zudem ist es wichtig, dass Trans*menschen nicht erst in Düsseldorf eine Anlaufstelle außerhalb von Krankenhäusern haben, die ihnen hilft und sie berät.

Vor allem Kinder- und Jugendliche brauchen mehr Räume. Sobald aus Kindern Jugendliche werden, gibt es kaum noch Plätze, an denen sie frei und unter sich sein können. Darum ist ein Jugendzentrum in der Innenstadt für uns von unschätzbarem Wert. Junge Menschen sind für uns in der Mitte unserer Gesellschaft, als solche verdienen sie einen Raum zur freien Entfaltung und Gestaltung in der Mitte unserer Stadt.

Daneben finden wir es wichtig, dass Ferienangebote wie der Ferien-Spatz für unsere Stadt erhalten bleiben und finanziell bezuschusst werden. Die angebotenen Möglichkeiten zur kreativen Freizeitgestaltung während der Ferien stellt gerade für Kinder und Jugendliche, die sonst nicht in den Urlaub fahren können, einen sehr wichtigen Aspekt sozialer Teilhabe dar.

Ebenso wichtig sind Stadtteilfeste wie „Kray or Die“, die einen bemerkenswerten Teil des sozialen Lebens in unserer Stadt darstellen. Auf den Bemühungen und schon stattfindenden Projekten wollen wir uns aber keinesfalls ausruhen – im städtischen Haushalt wollen wir Gelder zur Förderung von Freizeitangeboten, Sportstätten und -vereinen verankern, sofern sich diese für die Teilhabe sozial schwächerer Familien stark machen.

Auch der Zugang zu kulturellen Veranstaltungen muss allen Menschen in unserer Stadt problemlos möglich sein. Ein Kulturticket für Menschen, die sich in der Schule oder der Ausbildung befinden (wie es bereits für Studierende der Universität Duisburg-Essen und der Folkwang Universität angeboten wird), halten wir deshalb für einen richtigen Schritt, um Vorstellungen des Schauspiels und der Philharmonie in Essen noch mehr jungen Menschen zugänglich zu machen.

Bezahlbarer Wohnraum mit guter Anbindung in die Stadtmitte stellt in unserer Stadt ein immer knapper werdendes Gut dar. Bestehenden Wohnraum möchten wir erhalten und attraktiv umgestalten. Dabei sind die Kriterien der Barrierefreiheit und der Bezahlbarkeit immens wichtig. Wir wollen den bezahlbaren Wohnraum sichern und sozialen Wohnungsbau fördern. Die städtische Wohnbaugesellschaft Allbau sehen wir in der Pflicht, eine Vorreiterinnenrolle im Wohnungsbau und in der Immobilienwirtschaft in Essen einzunehmen. Barrierefreiheit soll dabei einen von vielen Mindeststandards darstellen, um die Qualität des Wohnens in unserer Stadt flächendeckend zu verbessern.

Das Bild unserer Stadtgesellschaft ist bunt. Schon seit Beginn der Industrialisierung finden in unserer Stadt viele Migrant*innen eine Heimat in Essen. Auch innerhalb der städtischen Migrationsbevölkerung ist die Diversität hoch. Deshalb kämpfen wir für gute und gerechte Maßnahmen zur Integration Zugezogener und Geflüchteter in unserer Stadt. Humanität und Inklusivität liegen uns dabei genauso sehr am Herzen, wie die Anerkennung und das Verständnis für die dahinterliegenden Lebensgeschichten. Die EU Migrationspolitik verurteilen wir scharf; nimmt sie doch hin, dass tausende Menschen auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken. Deshalb unterstützen wir die Initiative Seebrücke und stellen für Essen den Anspruch, die Rolle eines sicheren Hafens für Geflüchtete einzunehmen.

Ein erster Schritt der Integrationsarbeit sind inklusive Begegnungscafés für Zugezogene, Geflüchtete und schön länger in Essen ansässige Menschen. Sprache und der Kontakt zwischen Menschen stellen einen bedeutenden Teil zum Austausch zwischen Kulturen dar. Außerdem wollen wir garantieren können, dass es genügend Plätze in Sprach- und Weiterbildungskursen für Migrant*innen in unserer Stadt gibt. Ein weiterer Schritt erfolgreicher Integration steckt für uns in der Arbeit der Ausländerbehörde. Wir wollen eine gut ausgestattete und inklusive Behörde mit möglichst geringen Barrieren, damit sich Menschen mit Migrationsgeschichte sich nicht vor ihr scheuen. Rassistisch motivierte Diskriminierung darf nicht toleriert werden. Auch wollen wir die Hürden senken, um Migrant*innen die Möglichkeit zu geben, sich in die Arbeitswelt und das soziale Leben in unserer Stadt einzubringen. Besonders wollen wir dies Menschen mit ungeklärtem Aufenthaltsstatus ermöglichen, die am stärksten von Arbeitsmarkt und sozialer Teilhabe ausgeschlossen sind. Wir fordern, dass die Stadt Essen ihnen eine Bleibeperspektive bietet.

Wir wollen unsere Stadt zu einem Bildungsort für Alle machen.

Schulische Bildung nimmt eine zentrale Stellung in dem Leben jedes Menschen ein und ist eine der wichtigsten Stellschrauben, um eine gerechtere Gesellschaft und Chancengleichheit zu ermöglichen. Trotzdem ist der Zugang zur Bildung auch für viele Essener*innen noch immer keine Selbstverständlichkeit. Schüler*innen einen verbringen einen Großteil ihrer Zeit in schulischen Institutionen. Aus diesem Grund muss Schule ein Ort sein, an dem Schüler*innen mit anderen gemeinsam lernen können, die Möglichkeit haben, ihren unterschiedlichen Interessen nachzugehen, und auch außerhalb des Unterrichts gerne Zeit verbringen. Dies ist allerdings nicht möglich, wenn die Schulen in einem so desolaten Zustand sind, dass man dort weder lernen noch mehr Zeit als nötig verbringen möchte.

Der Zustand der Essener Schulen muss dringend verbessert werden. Dazu gehört der grundsätzliche bauliche Zustand vieler Schulen, der dringend renovierungsbedürftig ist und insbesondere die schulischen Sanitäranlangen. Wir wollen des Weiteren, dass verbreitet Wasserspender an den Essener Schulen eingerichtet werden. Als Voraussetzung für inklusives Lernen müssen die Schulen im Zuge der Renovierung barrierefrei werden, um allen Schüler*innen einen Zugang zu ermöglichen. Darüber hinaus müssen Sporthallen und Sportplätze renoviert und instandgehalten werden, um sportliche Aktivität sowohl während der Unterrichtszeit als auch in der Freizeit zu ermöglichen. Um mit dem digitalen Zeitalter mithalten zu können und die Schüler*innen angemessen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten zu können, benötigen Schulen dringend eine bessere und zeitgemäße mediale und vor allem digitale Ausstattung.

Darüber hinaus halten wir eine bessere Vernetzung für hilfreich. Wir unterstützen aus diesem Grund die Vernetzung der Essener Schüler*innenvertretungen in einer Bezirksschüler*innenvertretung. Dies bezieht sich aber ebenfalls auf eine internationale Vernetzung in Form von Austauschprogrammen mit Partnerstädten. Austauschprogramme sind eine wunderbare Möglichkeit für Schüler*innen, andere Kulturen und Menschen kennen zu lernen, und sollten aus diesem Grund gefördert werden.

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein gesellschaftlich relevantes Thema, sondern auch ein Thema, das viele Schüler*innen interessiert und bewegt. Wir wollen deswegen, dass Projekte, die Nachhaltigkeit in den Fokus nehmen, finanziell gefördert werden. Darüber hinaus sollten Sportprojekte gefördert werden.

Bildung geschieht allerdings nicht nur in schulischen Einrichtungen. Aus diesem Grund wollen wir, dass Bildungsangebote über die Schule hinaus gefördert werden, um allen Essener*innen eine umfangreiche Bildung zu ermöglichen. Dazu gehören vor allem eine Aufwertung sowie der Ausbau der städtischen Bibliotheken, um allen Menschen den Zugang zur eigenständigen Weiterbildung ermöglichen.

Wir wollen unsere Stadt digital stark machen.

Obwohl wir längst in einer digitalisierten Gesellschaft leben und die Digitalisierung jeden unserer Lebensbereiche betrifft, sind die Rahmenbedingungen in Essen noch nicht optimal. Wir fordern die Bereitstellung von kostenlosem WLAN in der Stadtmitte und in Jugendzentren sowie schnelles Internet in öffentlichen Einrichtungen und Schulen, um eine optimale und zukunftsorientierte Bildung zu ermöglichen. Dazu gehört es auch, dass es sinnvolle digitale Angebote für Kinder und Jugendliche in Essen gibt, die ihre Interessen ansprechen und einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet nahe bringen.

Die Stadt muss die Bestrebungen des Netzausbaus konsequent und zeitnah, z.B. in Form von Baugenehmigungen für Funkmasten, unterstützen. Dabei sollen nicht nur Wohngebiete und Autobahnen, sondern bevorzugt Bahn- und ÖPNV-Strecken an ein schnelles Mobilfunknetz angeschlossen werden. So kann die Zeit des Pendelns genutzt werden und man muss sich nicht mehr ärgern, dass es beispielsweise keinerlei Empfang auf der Bahnstrecke zwischen Essen und Wattenscheid gibt. Auch muss der Ausbau von Glasfaserkabel in Essen zwingend vorangetrieben werden.

Während viele Bereiche des alltäglichen Lebens bereits digitalisiert sind, steckt die Verwaltung noch im letzten Jahrhundert fest. Wir wollen die Digitalisierung der Behörden in Form von Online-Diensten sowie umfangreicheren Informationen und Dienstleistungen, um Hürden der Vergangenheit

aufzuheben und Prozesse zu beschleunigen. So könnten die Bürgerämter mehr Prozesse wie das Beantragen eines Personalausweises online ermöglichen, damit lange Warteschlangen und Unmut in den Ämtern vermieden wird.

Die Stadt kann so die neuen Möglichkeiten außerdem im Dienste des E-Government nutzen, um mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung zu schaffen. Wir wollen mehr einsehbare Dokumente über die Vorgänge in der Stadtverwaltung und ein Online-Forum, das einen niederschwelligen Bürger*innendialog ermöglicht. Damit können mehr Bürger*innen für das Geschehen in der Stadt sensibilisiert und politisiert werden. Essen kann aber nicht nur bestehende Technik nutzen, sondern könnte die digitale Welt aktiv mitgestalten. Wir wünschen uns städtische Technologien wie eine Stadtwerke-Cloud zur Dateispeicherung, die den Bürger*innen kostengünstig zur Verfügung gestellt werden und damit eine Konkurrenz zu Konzernriesen wie Google darstellen kann.

Wir wollen unsere Stadt in Bewegung bringen.

Wir wollen ein Essen, in dem jede*r die Möglichkeit hat, sich frei und sicher zu bewegen. Dabei müssen wir auf neue Transportkonzepte setzen, die barrierefrei, kostengünstig und klimafreundlich sind.

Wir stehen zum „4 x 25 Prozent Ziel“ der Stadt Essen. Das bedeutet, dass in Zukunft – anders als jetzt – jeweils 25% der Wege im gesamten Stadtgebiet zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem ÖPNV und mit dem Auto zurückgelegt werden sollen. Diese neue Mobilitätsform würde der Stadt, der Gesundheit der Menschen und der Umwelt zugutekommen.

Der ÖPNV muss dringend barrierefrei werden und sollte günstiger oder idealerweise kostenlos sein, denn Mobilität sollte kein Privileg, sondern ein Menschenrecht sein. Unser Vorschlag sind beispielsweise kostenlose Praktikant*innen-Tickets für Schüler*innen und andere junge Menschen gehören, damit sie bei ihrer Praktikant*innen-Tätigkeit nicht zusätzlich noch finanziell belastet werden. Um eine echte Alternative zum Auto zu werden, sollten Trams und Busse in jeden Stadtteil fahren und die Haltestellen von ausnahmslos jedem Ort in der Stadt schnell zu erreichen sein. Die Haltestellen sollen komfortabler werden, alle mit digitalen Anzeigetafeln ausgestattet sein und durch eine Begrünung nicht nur schöner, sondern auch nachhaltiger gestaltet werden. So kann Mobilität und speziell der ÖPNV nicht nur ein Mittel zum Zweck sein, sondern die Menschen aktiv ansprechen und ein klein wenig glücklicher machen.

Wir brauchen auch eine bessere Taktung der bestehenden Verbindungen und eine Anschlussgarantie, um vor allem abends und nachts schnell und sicher nach Hause zu kommen. Es darf nicht sein, dass eine halbe Stunde oder länger auf den nächsten Anschluss-Bus warten muss, wer vorher in einem verspäteten Bus gesessen hat.

Damit die Menschen in unserer Stadt bequem das Rad nutzen können, um von A nach B zu gelangen, muss die katastrophale Situation der Radwege deutlich verbessert werden. Wir brauchen mehr sichere und konsequente Radwege, die nicht plötzlich enden, sondern sich durch das gesamte Stadtgebiet ziehen. Außerdem muss es Radschnellwege zwischen beliebten Punkten, wie Zollverein und dem Baldeneysee, geben. Wir sprechen uns für sichere Abstellmöglichkeiten für Räder an Bahnhöfen aus, beispielsweise ein Radhaus am Hauptbahnhof. Damit Radfahren auch Menschen ohne eigenes Fahrrad ermöglicht wird, wollen wir Metropolradstationen in allen Stadtteilen und nicht nur im Süden und in der Innenstadt.

Wir wollen das Autofahren auf ein Minimum reduzieren und eine Stadt in der das Auto keine Vorfahrt mehr hat. Unser Ziel ist eine autofreie Innenstadt, die nicht mehr den stinkenden Blechmonstern, sondern endlich den Menschen gehört. Dazu sollten in einem ersten Schritt die Parkplätze im Innenstadtbereich reduziert werden.

Die wichtigste Aufgabe wird aber sein, die Mobilitätsfrage nicht mehr nur innerhalb der Stadtgrenzen zu denken, sondern auch verkehrstechnisch zur Metropole Ruhr zu werden. Dazu braucht es mehr Verbindungen, die über die Stadtgrenzen hinausgehen, durch mehr Absprachen zwischen den einzelnen Verkehrsbetrieben bis hin zu einem gemeinsamen Betrieb im Ruhrgebiet. Die Städte müssen den Mut finden, Kompetenzen im Bereich Mobilität an den Regionalverband Ruhr abzugeben, um ein konsequentes und effektives Netz im Ruhrgebiet zu schaffen. Eine

Wir wollen unsere Stadt grüner statt grauer werden lassen.

Der Himmel über dem Ruhrgebiet ist zwar wieder blau, doch die Städte sind noch immer geprägt von grauen Betonschluchten. Auf den bisherigen Erfolgen umweltpolitischer Bemühungen in unserer Stadt wollen wir uns nicht ausruhen.

Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass neue Grünflächen zum Schutz der heimischen Arten und zur Verbesserung der Luft- und Lebensqualität entstehen. Mit natürlichen Wiesen, grünen Vorgärten, Grünstreifen und Bäumen an viel befahrenen Straßen sorgen wir dafür, dass sich die heimische Artenvielfalt erholt und Schmetterlinge auch in dichtbebauten Teilen der Stadt wieder fliegen können. Zum Schutz hier lebender Arten brauchen wir dabei vor allem heimische Pflanzenarten, die nicht nur hübsch aussehen und günstig sind, sondern den Tieren genügend Futter wie Beeren und Nüsse bieten.

Um das Klima in den sich aufheizenden Betonschluchten an heißen Sommertagen zu senken, machen wir uns stark für die konsequente Förderung von Dach- und Fassadengrün in unserer Stadt. Pflanzen kühlen und reinigen nachweislich die Luft, während der Asphalt und versiegelte Flächen im Sommer nur so flimmern vor Hitze. Auch stehende Wasserflächen haben einen wichtigen Mehrwert zur Verbesserung des Klimas in der Stadt, ermöglichen Insekten die Vermehrung und bieten Vögeln und anderen Tieren lebenswichtige Wasserversorgung. Aus diesem Grund gilt es Platz für Grün zu schaffen, statt ihn weiter zu verbauen.

Wir sind für die effizientere Nutzung der bereits versiegelten Flächen und gegen die Versiegelung von weiteren Grünflächen, egal wie klein oder groß sie sind. Wenn Straßen saniert werden, muss neben den neuen sicheren Radwegen, auch endlich eine gerechte Begrünung der Stadt berücksichtigt werden. Statt parkender Autos sollen blühende Grünstreifen und Bäume das Bild des öffentlichen Raums prägen. Natur als Naherholungsgebiet muss überall in Essen fußläufig gut erreichbar sein für alle Essener*innen. Ebenso wichtig sind Räume wie Spielplätze, damit Kinder in ihrer Freizeit auch draußen und möglichst naturnah spielen können.

Wir verstehen unsere Stadt als Lebensraum für alle. Deswegen möchten wir ihn mehr mit Tieren teilen und sie stärker schützen. Wir fordern mehr Verantwortungsbewusstsein der Stadt gegenüber unseren tierischen Mitbewohner*innen. Die Stadt Essen soll den Erhalt und die Ausstattung des Tierheims unterstützen. Außerdem möchten wir den unter schlechten Bedingungen lebenden, oft verletzten Stadttauben helfen und ihre Population mit Hilfe von Taubenschlägen in der Innenstadt und den Stadtteilzentren regulieren.

Zum Schutz der Tiere gehört aber nicht nur ausreichend Futter: Zigarettenstümmel und Müll auf den Straßen gefährden Tiere und verschmutzen zusätzlich das Grundwasser. Darum kämpfen wir für mehr Mülleimer und Aschenbecher im öffentlichen Raum, die über spielerische und motivierende Ansätze, mehr Verantwortungsbewusstsein hervorrufen könnten. Eine öffentliche Kampagne gegen die Vermüllung der Straßen und Büsche kann zusätzlich dabei helfen, unsere Stadt sauberer zu gestalten.

Wir wollen, dass unsere Stadt in unsere Zukunft investiert. Um das sicherzustellen, fordern wir, dass alle Entscheidungen und Investitionen der Stadt auf ihren Einfluss auf die Umwelt geprüft werden. Ein ökologischer Mehrwert ist ein wichtiges Kriterium, um beurteilen zu können, ob sich Investitionen lohnen. Geschäfte mit Unternehmen, die nicht für den Schutz der Ressourcen einstehen, lehnen wir ab. Somit ist der Verkauf der RWE-Aktien für uns unerlässlich.

Der Wechsel hin zu erneuerbaren Energien ist alternativlos, wenn wir das Klima und unsere Umwelt retten wollen. Wir wollen, dass öffentliche Einrichtungen der Stadt Essen mit gutem Beispiel vorangehen und mit Solaranlagen und bepflanzten Dächern einen Beitrag leisten. Die städtischen Töchterunternehmen wollen wir ebenfalls stärker in den gemeinsamen Kampf für die sozial-ökologische Wende einbeziehen. Die Stadtwerke Essen sollen den Wandel wagen und nur noch Strom aus erneuerbaren Energien zu gut bezahlbaren Tarifen verkaufen.

Agrarpolitik ist ein Thema, welches in den südlichen Stadtteilen omnipräsent ist, aber die gesamte Stadt betrifft. Denn wenn wir regionale, ökologisch angebaute, faire Lebensmittel beziehen wollen, dann am besten von Landwirt*innen direkt aus Essen, und deshalb ist uns wichtig diese nach bestem Wissen und Gewissen zu unterstützen. Allerdings wird oft aus finanziellen, zu oft leider notwendigen, Gründen die Umweltverträglichkeit und der Artenschutz vernachlässigt, was die heimische Flora und Fauna gefährdet. Um dies in Zukunft zu vermeiden, fordern wir eine einheitliche Regelung von Grünstreifen an Ackerflächen, als Refugium für Pflanzen, kleinere Säugetiere und diverse andere, die diesen Schutz dringend benötigen. Des Weiteren appellieren wir an die Bauern, weniger schädliche Insektizide und Pestizide zu verwenden und sich an die Prinzipien der Nachhaltigkeit und der ökologischen Landwirtschaft zu halten.

Uns ist bewusst, dass in Essen keine riesigen Agrarkonzerne sesshaft sind, die mit kaltem Kalkül walten, sondern im besonderen familiengeführte Bauernhöfe, welche Probleme haben Nachfolger*innen zu finden, um das Geschäft weiter zu führen und gerade deshalb wollen wir die Essener Landwirtschaft attraktiver machen, mit Grünen, nachhaltigen und umweltschonenden Ideen. Und deshalb fordern wir ein Ende der Monokulturen, da diese Ökosysteme zerstören und langfristig einen Wiederaufbau eben jener verhindern. Stattdessen wäre es eine Chance für jeden Bauern alte, heimische Pflanzen wieder neu anzubauen, da diese an regionale Zustände und Ökosysteme angepasst sind.

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