Diamorphin-Ambulanz: Grüne wollen Ursachen für geringe Nutzung aufklären!

Mit einer Anfrage (siehe Anlage) im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit wollen die Grünen im Rat der Stadt Essen klären, warum die Nutzung der 2025 eröffneten Diamorphin-Ambulanz bislang offenbar deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt.

„Die Einrichtung der Diamorphin-Ambulanz war ein wichtiger Schritt, um schwer opioidabhängigen Menschen ein zusätzliches medizinisches Hilfsangebot zu machen. Umso wichtiger ist es jetzt zu verstehen, warum das Angebot bislang kaum genutzt wird“, erklärt Sandra Schumacher, Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Grünen Ratsfraktion.

Mit ihrer Anfrage möchten die Grünen unter anderem klären, welche Zugangsvoraussetzungen für eine Behandlung gelten, welche Erfahrungen andere Großstädte mit vergleichbaren Angeboten gemacht haben und ob die praktische Ausgestaltung der Behandlung den Bedürfnissen der Zielgruppe ausreichend Rechnung trägt. „Gerade schwer suchtkranke Menschen haben häufig einen sehr instabilen Alltag. Deshalb stellt sich die Frage, ob bestehende Regelungen und Abläufe ausreichend niedrigschwellig sind oder ob Hürden bestehen, die einer Inanspruchnahme entgegenstehen“, so Schumacher weiter.

Darüber hinaus wollen die Grünen wissen, wie die jüngsten Änderungen der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung in Essen umgesetzt werden und warum auf den Internetseiten der Suchthilfe bislang keine Informationen zur Diamorphin-Ambulanz zu finden sind. „Unser Ziel ist keine Schuldzuweisung, sondern eine ehrliche Analyse. Wenn ein Angebot, das für besonders schwer belastete Menschen geschaffen wurde, nicht angenommen wird, müssen wir die Ursachen kennen. Nur so können wir es bedarfsgerecht weiterentwickeln und die Versorgung der Betroffenen verbessern“, betont Schumacher.

Die Grünen betonen, dass ihre Anfrage nicht die grundsätzliche Sinnhaftigkeit der Diamorphin-Behandlung infrage stellt. Vielmehr gehe es darum, mögliche Hürden zu identifizieren und die Rahmenbedingungen so weiterzuentwickeln, dass das Angebot die Menschen erreicht, für die es geschaffen wurde. „Wenn ein Hilfsangebot für besonders schwer belastete Menschen nicht genutzt wird, dürfen wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir müssen genau hinschauen, wo die Ursachen liegen und was verbessert werden kann. Denn am Ende zählt, dass die Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird“, so Schumacher.

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