Essen braucht jetzt ein Hitze-Sofortprogramm – „Stadt abkühlen und Gesundheit schützen“

Zur anhaltenden Hitzewelle in Essen erklären Kai Gehring, Partei-Vorsitzender der Essener GRÜNEN und Rolf Fliß, umweltpolitischer Sprecher der Ratsfraktion:

 

„Wir müssen Essen abkühlen und brauchen ein neues kommunales Leitziel „coole Stadt“. Die akute Hitzewelle kommt nicht überraschend, trifft Menschen in Großstädten wie unserer dennoch mit voller Wucht. Essen braucht ein „Hitze-Sofortprogramm“, das die Gesundheit der Menschen schützt, Hitzewellen als neuen Normalfall der immer rasanteren Klimakrise abmildert und die Stadt wirksam abkühlt. Städte wie Paris und Wien machen vor, wie es gelingt, Hitzewellen erträglicher zu machen – daran muss Essen sich ein Beispiel nehmen.

 

Hitze ist eine ernste Gefahr für die Gesundheit der Essener Bürgerinnen und Bürger: Viele Menschen leiden körperlich, unter Schlaflosigkeit und Herz-Kreislauf-Beschwerden, Forschung prognostiziert tausende hitzebedingte vorzeitige Sterbefälle hierzulande. Kommunen wie Essen müssen sich daher dringend robuster aufstellen, um gut durch Hitzewellen zu kommen und so die Lebensqualität der Menschen zu sichern. Die GroKo und der Oberbürgermeister sind hier gefordert.

 

Ins Hitze-Sofortprogramm gehören mindestens folgende, schnell umsetzbare Punkte:

 

  1. Gerade auf hochfrequentierten öffentlichen Plätzen und Wegen können über vorhandene Wasseranschlüsse und Hydranten zeitweise Wasserzerstäuber und Sprinkler ermöglicht werden.
  2. Auf vielen unbegrünten Plätzen in Essen staut sich die Hitze – hier kann die Stadt mit Grünflächen, Pflanzen und Sonnenschutz sofort für Schatten und besseres Klima sorgen. Betonwüsten sind Hitzeinseln, mehr Grün in der Stadt erhöht klimatische Robustheit und Aufenthaltsqualität.
  3. Die Öffnungszeiten der Freibädern sind zu verlängern und Stundenkontingente für Badegäste einzuführen, um mehr Menschen Abkühlung im „kühlen Nass“ zu ermöglichen. Die bestehenden Mittagspausen in Freibädern sind ohnehin absurd, während Hitzewellen sind sie unverantwortlich.
  4. Essen muss seine kühlen Räume öffnen: Unter Beachtung der Corona-Schutzregeln können alle geeigneten, klimatisierten öffentlichen Gebäude tagsüber für Passant*innen und Anwohner*innen geöffnet werden.
  5. Essen braucht – mindestens temporäre, gern dauerhafte – Trinkwasser-Brunnen und Refill-Stationen im öffentlichen Raum.
  6. Da ältere Menschen durch anhaltende Hitze besonders bedroht sind, sollte für sie eine Notfall-Telefonnummer geschaltet und Unterstützung angeboten werden, z.B. bei der Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken.
  7. Es braucht darüber hinaus einen zeitnahen Einstieg in Dach- und Fassaden-Begrünungen, die bei Neubauten Standard werden müssen sowie eine Beteiligung der Stadt am Projekt „Schwammstadt“.

 

Wir appellieren an alle Essener Parteien und Fraktionen, Risiken durch Hitzewellen nicht zu verharmlosen, weitere Ideen für mehr Resilienz und zur zügigen Abkühlung unserer Stadt vorzulegen und gemeinsam nachhaltig zu handeln.“

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