Der Flughafen Essen/Mülheim - nach dem beabsichtigten Ende des Flugbetriebs ein spannendes, wie riesiges Areal für Wohn- und Gewerbenutzung, das im Grenzbereich beider Städte natürlich auch die Naturschutzbelange berücksichtigen muss.

Bürgerforum „Wo wollen wir wohnen?“

Schmutzler-Jäger: Großteil der Flächenvorschläge gefährden wertvolle Naturflächen

Fraktionssprecherin Hiltrud Schmutzler-JägerDie Ratsfraktion der Grünen übt nach einer gründlichen Analyse der 93 von der Verwaltung ausgesuchten Flächen des Bürgerforums „Wo wollen wir wohnen?“ deutliche Kritik an der Flächenauswahl und dem methodischem Vorgehen der Verwaltung. Dazu erklärt Hiltrud Schmutzler-Jäger, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion der Grünen:
„Eine genaue Analyse der Flächen des Bürgerforums zeigt den verfehlten Ansatz der Planungsverwaltung, neue Wohnbauflächen vor allem auf land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen oder in ökologisch wertvollen Grünanlagen zu schaffen. Wir Grüne lehnen diesen Angriff auf Land- und Forstwirtschaft sowie Naturschutz entschieden ab. Denn allein 31 Prozent der insgesamt vorgeschlagenen 325 Hektar liegen in einem Landschaftsschutzgebiet und ganze 54 der 93 Flächen liegen in einem regionalen Grünzug. Diese Flächen hätten nach Auffassung der Grünen den Bürgerinnen und Bürgern gar nicht erst zur Auswahl vorgeschlagen werden dürfen.
Erfreulicherweise wurden von den Bürgerinnen und Bürgern viele sensible Freiflächen negativ beurteilt. Allerdings sind unter den 28 vom Bürgerforum positiv bewerteten Flächen auch 15 Waldflächen, 8 landwirtschaftliche Flächen und drei ökologisch wertvolle Grünanlagen. 37 Prozent der positiv bewerteten Flächen liegen in einem regionalen Grünzug, der eigentlich von Bebauung freigehalten werden soll.
In mehreren Fällen erfolgte im Rahmen des Bürgerforums eine Einstufung von Flächen in die Prioritäten 1 und 2 (sehr gute bis gute Eignung für Wohnbau) bei wertvollen Ackerflächen, wie etwa beim Reibenkamp/Sachsenring in Freisenbruch, bei schutzwürdigen Waldflächen, wie der Eststraße/Neulengrund in Haarzopf, oder bei der für die Erholung wichtigen südlichen Teilfläche des Borbecker Schlossparks an der Frintroper Straße.
Letztlich führten erhebliche methodische Schwächen des Verfahrens beim Bürgerforum so zu einem quantitativen Flächenergebnis, das qualitativ viele Fragen aufwirft. In der Kürze der Zeit von gerade einmal zwei Stunden für den eigentlichen Entscheidungsprozess über die Priorisierung von immerhin 93 Flächen lassen sich keine wirklich qualitativen und gut abgewogenen Urteile erbringen. Was zumindest möglich gewesen wäre, wenn das Bürgerforum, wie ursprünglich geplant, an zwei Tagen stattgefunden hätte.“

zum Antrag der Ratsfraktion

zur Auswertung der Flächen des Bürgerforums

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